… rechtzeitig Medienthemen setzen – das Meinungskartell aus Politik und Massenjournalismus

9. Januar 2014

Liebe Leser, geschätzte Außendienstkollegen,

seit gestern dürfen wir so allmählich ahnen, dass es wieder ein wichtiges Thema gibt.

Es wurde dazu auserkoren, omnipräsent in allen wichtigen Massenmedien an vorderster Front zu reüssieren. Süddeutsche, Spiegel, Tagesschau, ZDF ( Maybritt Illner ), FaZ , Welt, Zeit  –  alle  gängigen Medien-, TV- und Webportale machen mit.

 

in der Medien- und Politiklandschaft weit verbreitet - der Herdentrieb

in der Medien- und Politiklandschaft weit verbreitet – der Herdentrieb

 

Nicht dass ich falsch verstanden werde  –  ich habe nichts gegen schwule Fußballspieler im besonderen, auch nichts gegen homosexuelle Menschen im Allgemeinen. Im Gegenteil. Ich bin selbst mit vielen, bei denen ich dies weiß oder ahne, befreundet. Auch müssen Themen der Gesellschaftspolitik offen besprochen und diskutiert werden.

Aber wie sagt man so schön:   muss das denn sein – so in dieser breiten Wucht ? Und so missionarisch ?

Merken Sie etwas ?  Bevor der mein Artikel beginnt, habe ich mich schon zwei mal entschuldigt.

Einmal dafür, dass ich nichts dagegen habe, dass ein sogenanntes“ Tabu – Thema“ medial behandelt wird. Ein Thema, bei dem man schnell als antiquiert, unmodern, kleinkariert oder gar feindselig anderen und ihren persönlichen Neigungen gegenüber enden kann, sollte man einen falschen Zungenschlag in die Diskussion einbringen oder unaktzeptable Formulierungen einsetzen.

Zum zweiten habe ich mich bereits vor Beginn meines Artikels davon distanziert, etwas mit denjenigen zu tun zu haben, die etwas gegen homosexuelle Menschen haben.

Beide Entschuldigungen, sind streng genommen, eigentlich überflüssig  – aber in Zeiten der Medienhysterie und des Shitstorms notwenig geworden – leider. Und falls Sie mal wieder hören, dass es die sogenannte Schere im Kopf von Journalisten gibt – wäre es hiermit bewiesen.

Dabei möchte ich auch den Begriff „Shitstorm“ etwas weiter fassen, als sonst üblich. Weil dieser nicht nur massive Meinungsmache und – äusserung  in den sozialen Netzwerken und im Internet umfasst, sondern meiner Meinung nach auch die latente Penetration eines bestimmten Themas in den sogenannten klassischen Massenmedien, müssen wir leider davon sprechen, das ein solcher Sturm gerade durch unsere Medienlandschaft zieht.

Wie so eine Themenwoche in der ARD zum Thema Glück, die wir vor einigen Wochen aufgesetzt bekamen. Dort wurde bei gefühlten 99 Sendern und TV Anstalten der öffentlich-rechtlichen Sendeketten eine Woche lang dieses Thema bis zum abwinken behandelt, teils auch mit eingeblendeten Hintergrund – Interviews von sog. VIP’s oder Promi’s zum Thema Glück.

Aber ich möchte nicht abschweifen.

Warum in aller Welt ist uns ein schwuler Fußballspieler, der noch dazu offensichtlich mehrfacher Millionär sein muss, soviel kostbare Sendezeit in TV und Radio wert, dass sein Outing gestern sogar in einer soganannten Hauptnachrichtensendung ( tagesschau ) breit kommuniziert und thematisiert wurde ? ( ich hatte, ehrlich gesagt, gleich noch danach einen Brennpunkt dazu erwartet)  Anderen Medien ist Ihre Sendezeit so kostbar, dass sie Höreranrufanrufe regelmäßig wegmoderieren, wenn es um Diskussionsbeiträge geht, die in’s Studio hereingereicht werden ( … „wir haben noch 20 Sekunden bis zu den Nachrichten – vielen Dank für Ihren Beitrag, aber es sollen noch andere Hörer zu Wort kommen“  … so regelmäßig im Deutschlandradio bei bestimmten Sendungen)

Warum ist den Medien diese Nachricht so viel wert, dass sie mit dieser Vehemenz über Herrn Hitzlsperger berichten – und daraus erweiternd nunmehr eine Debatte entsteht über Homosexualität in der Bundeswehr, Homosexualität im Frauenfußball ( FaZ ), „Homosexuellenhetze aus dem Schwarzwald“ ( Zeit)  oder Homosexualität in DAX Vorständen (Handelsblatt) und in sonst noch welchen Bereichen unserer Gesellschaft ?

Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren – dass dies alles mit Herrn Putin zutun hat und mit einem rechtzeitig einen Monat vor der Winterolympiade in Sotschi anlaufenden Bashing gegen die dortige, gastgebenden Regierung. Mich würde auch nicht wundern, wenn in diese Kampagne sehr bald eine sogenannte Punk Band namens Pussy Riot medienwirksam einsteigt.

Gott schützte uns vor weiterer, hysterischer Berichterstattung und lasst uns dieses Thema angemessen behandeln. Später. Nach Olympia.

Und bitte auch jetzt nicht die Gleichstellung der Homo Ehe diskutieren, liebe Frau Ministerin Schwesig. Später gerne. Wir könnten ja mal zwischenzeitlich über die seit Jahren unangemessen hohen Alters- und Rentenansprüche von deutschen und europäischen Parlamentariern diskutieren. Gern auch in dieser Medienbreite und als Aufmacher. Meinentwegen auch als ARD Themenwoche. Das wär doch mal was.

Die Headline hätte ich auch schon: „Bekommen unsere Abgeordneten im Vergleich zur Bevölkerung eine unangemessen, hohe staatlich garantierte Alterssicherung ? Ist dies eine Gegenleistung für etwas ?“

mit besten Grüßen an alle

flexgood

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