… erst nachtreten, dann nachforschen. Abendländische Gründlichkeit.

22. April 2017

Liebe Leser, geschätzte Außendienstkollegen,

vielen Dank für die Geduld bis zum Erscheinen des heutigen Artikels – es gab zwischenzeitlich einige wichtige gesundheitliche Herausforderungen, die meine volle Aufmerksamkeit erforderten. Gottseidank ist jetzt alles wieder bestens.

Was gab es neues seit Januar diesen Jahres?

Wir durften erleben, wie US – Präsident Trump sich nach seiner Vereidigung am 20. Januar immer mehr als jemand präsentierte, der auch die Anwendung von militärischer Gewalt als probates Mittel sieht und dies auch in den Krisenherden Mittlerer Osten, Nordafrika und Afghanistan mit ganz praktischen Taten untermauert.

Dabei wird auch nicht lange gefackelt, wenn es um vermeintliche Begründungen geht, die dafür herhalten müssen. Der neueste Anlass für den Abschuss von 59 Cruise Missiles auf den syrischen Militärstützpunkt Ash-Shayrat am 7. April war ein vorangegangener Chemiewaffeneinsatz am 4. April in Chan Schaichun (Provinz Homs), dessen Verursacher bis heute nicht identifiziert werden konnte, der aber seitens der USA der syrischen Armee zugeschrieben wird.

Dagegen wurde der Abwurf einer MOAB Bombe (Sprengkraftäquivalent 11 Tonnen TNT) am 13. April in afghanischen Provinz Nangarhar als Gemeinschafts- Aktion mit dem afghanischen Militär zur Bekämpfung von IS-Kämpfern begründet und der Tatsache, dortige unterirdische Tunnelsysteme zerstören zu wollen, die als Kommando- und Rückzugsraum für Terroristen dienen. Es wurde damit die größte, konventionelle und nichtatomare Bombe gezündet, die die US-Streitkräfte besitzen.

Wie nicht anders zu erwarten war, klatschen die meisten westlichen Politiker zu diesen martialischen Kommandoaktionen kräftig Beifall, darunter auch die deutsche Bundesregierung, die in Person von Frau BK Merkel, Aussenminister Gabriel und Verteidigungsministerin von der Leyen den Angriff als“nachvollziehbar“ bezeichneten und Präsident Assad dafür die „alleinige Verantwortung“ zuwiesen.

Dass dieser Angriff nur vom UN-Sicherheitsrat hätte beschlossen werden können, störte diese Damen und Herren nicht. Sie verwiesen vielmehr auf eine angebliche Blockade des Sicherheitsrates durch das Veto Russlands, das eine neutrale, unabhängige Untersuchung der Chemieattacke ohne eine Vorverurteilung Syriens forderte.

Macht euch bitte selber ein Bild über das Verständnis unserer Regierung in Sachen Völkerrecht sowie in der Anwendung rechtsstaalicher Prinzipien bei der Beurteilung von komplexen Sachverhalten, bei denen innerhalb von gut 2 Tagen geklärt zu sein scheint, wer hier zweifelsfrei Täter war und wer nicht.

Übrigens hielten sich die Beileidbekundungen unserer Regierung sehr in Grenzen, als wenige Tage später am 15. April bei einem Sprengstoffanschlag auf einen syrischen Flüchtlingskonvoi nahe Aleppo, mit dem Bewohner mit Dutzenden Bussen aus den Kriegsgebieten herausgebracht wertden sollten, über 126 Menschen, darunter über 80 Kinder, grauenvoll ums Leben kamen.

So unterschiedlich kann eine Regierung Ihre Trauer ausdrücken!

flexgood

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